{"id":3041,"date":"2023-03-07T17:04:39","date_gmt":"2023-03-07T16:04:39","guid":{"rendered":"https:\/\/spee-advocaten.nl\/?p=3041"},"modified":"2023-09-21T21:27:03","modified_gmt":"2023-09-21T20:27:03","slug":"ontslag-op-staande-voet-na-grap-blijft-in-stand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/spee-advocaten.nl\/de\/ontslag-op-staande-voet-na-grap-blijft-in-stand\/","title":{"rendered":"Sofortige Entlassung nach 'Scherz' gerechtfertigt"},"content":{"rendered":"<p>Das Amtsgericht Limburg hat im vergangenen Monat ein Urteil \u00fcber einen sehr kindischen 'Scherz' gef\u00e4llt: Ein Mitarbeiter von VDL Nedcar hatte einer Kollegin in der Werkstatt die Hose heruntergezogen und damit buchst\u00e4blich den Po entbl\u00f6\u00dft. Dies f\u00fchrte zur sofortigen Entlassung des 'Scherzkekses'. Dieser berief sich noch auf die 'Scherzkultur' im Betrieb, aber ohne Erfolg. Lesen Sie hier mehr:<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Arbeitnehmer, Anfang vierzig, war seit dem 19. Februar 2018 als Produktionsmitarbeiter bei VDL Nedcar besch\u00e4ftigt. Im September letzten Jahres ging der Mitarbeiter w\u00e4hrend der Arbeitszeit und w\u00e4hrend des Produktionsprozesses hinter eine Kollegin und zog ihr die Shorts herunter. Dadurch wurde ihr nackter Hintern vor den Augen ihrer Kollegen sichtbar.<\/p>\n<p>Een dag later heeft de leidinggevende met de werknemer gesproken en bood de werknemer excuses aan voor de \u2018slechte grap\u2019. Nog een dag later werd de werknemer op staande voet ontslagen. De werknemer is vervolgens naar de kantonrechter gestapt om dit aan te vechten en zijn baan terug te krijgen. Nedcar voert verweer en verzoekt om voorwaardelijke ontbinding van de arbeidsovereenkomst, mocht het ontslag op staande voet toch geen stand houden.<\/p>\n<p>Der Arbeitnehmer machte geltend, dass es in der Produktionsfirma eine \"eigene Kultur mit eigenen Normen und Werten\" gebe. Im Rahmen dieser Kultur w\u00fcrden oft derbe Witze zwischen Kollegen und Vorgesetzten gemacht. Letztere w\u00fcrden sich auch selbst daran beteiligen. Nach Angaben des Mitarbeiters kommt es h\u00e4ufiger zu \u00e4hnlichem Verhalten: Fr\u00fcher habe ein Mitarbeiter dem Mitarbeiter die Hose heruntergezogen und ein Koordinator habe ihm in den Schritt gegriffen. Kurzum: Nach Ansicht des Arbeitnehmers entspricht sein Verhalten der Norm am Arbeitsplatz und die K\u00fcndigung ist daher nicht gerechtfertigt.<\/p>\n<p><strong>Urteil des Amtsgerichtwea<\/strong><\/p>\n<p>Das Amtsgericht lie\u00df die Argumente des Arbeitnehmers jedoch nicht gelten: Es fehle jeder Beweis f\u00fcr das Vorhandensein einer \"eigenen Norm\" oder einer \"Kultur dieser Art von Witzen\". Aber selbst wenn es h\u00e4ufiger zu solchen Vorf\u00e4llen gekommen w\u00e4re, ist dies nach Ansicht des Richters f\u00fcr die Beurteilung des vorliegenden Falles nicht relevant. Der Arbeitnehmer selbst hat erkl\u00e4rt, dass er seinem Vorgesetzten diese Vorf\u00e4lle nicht gemeldet hat, und die Gesch\u00e4ftsleitung von Nedcar hat bestritten, davon zu wissen. Daher ist die Argumentation \"die Gesch\u00e4ftsleitung greift nicht ein, also ist es erlaubt\" nicht stichhaltig.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus hat Nedcar hinreichend nachgewiesen, dass in den Betrieben ein respektvoller Umgang miteinander \u00fcblich ist. Die Betriebsordnung weist darauf hin, der Mitarbeiter hat eine Schulung (u. a. \u00fcber Umgangsformen) absolviert, und in der Produktionshalle h\u00e4ngen Schilder \u00fcber die gew\u00fcnschten Normen und Umgangsformen. Nach Ansicht des Amtsrichters ist es alles andere als respektvoll, einer Kollegin im Beisein von Kollegen die Shorts herunterzuziehen.<\/p>\n<p>Der Angestellte gab noch an, dass die betreffende Kollegin \u00fcber den Vorfall gelacht h\u00e4tte, aber Nedcar antwortete, dass die Kollegin heftig aufgebracht war, sich sch\u00e4mte und weinte. Diesbez\u00fcglich entschied das Amtsgericht, dass die Frage, wie das Opfer des \"Scherzes\" diesen erlebt hat, f\u00fcr die Beurteilung der Schwere der Tat nicht von wesentlicher Bedeutung ist. W\u00e4re der Kollege nicht getroffen worden, w\u00e4re es eine Gl\u00fcckssache gewesen. Schlie\u00dflich hat der Arbeitnehmer nicht behauptet, dass er wusste, dass sie davon nicht betroffen sein w\u00fcrde. Im \u00dcbrigen wies das Landgericht darauf hin, dass es naheliegender sei, dass ein Arbeitnehmer durch einen solchen Vorfall tats\u00e4chlich heftig aus der Fassung gebracht w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p>Nach Ansicht des Amtsgerichts liegt in der Tat ein dringender Grund f\u00fcr eine fristlose Entlassung vor: Eine Kollegin wurde auf dem\u00fctigende Weise vor Gericht gestellt und wird dies nie vergessen. Au\u00dferdem ist es wahrscheinlich, dass dies auch in Zukunft am Arbeitsplatz thematisiert werden wird. Die Sanktion der fristlosen Entlassung ist daher angemessen.<\/p>\n<p>Der Arbeitnehmer machte auch geltend, dass die K\u00fcndigung ihn hart treffe, weil er Schulden habe, die er nun nicht mehr bezahlen k\u00f6nne. Das Amtsgericht entschied jedoch, dass es sich dabei haupts\u00e4chlich um Bu\u00dfgelder handelte, die fr\u00fcher verh\u00e4ngt und wegen nicht rechtzeitiger Zahlung erh\u00f6ht wurden. Dasselbe gilt f\u00fcr unbezahlte Krankenversicherungspr\u00e4mien. Kurzum, die Schulden stehen in keinem kausalen Zusammenhang mit der Entlassung. Die Schulden bedeuten auch nicht, dass die fristlose K\u00fcndigung nicht ausgesprochen werden sollte.<\/p>\n<p>Die vollst\u00e4ndige Entscheidung k\u00f6nnen Sie <a href=\"https:\/\/uitspraken.rechtspraak.nl\/#!\/details?id=ECLI:NL:RBLIM:2023:1230\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> nachlesen.<\/p>\n<p><strong>Unsere Tipps<\/strong><\/p>\n<p>Arbeitgeber sollten das schwerwiegende Mittel der fristlosen K\u00fcndigung mit Vorsicht genie\u00dfen. Immerhin verliert ein Arbeitnehmer durch schuldhafte Arbeitslosigkeit seinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Dieses Urteil zeigt jedoch, dass eine fristlose K\u00fcndigung bei grenz\u00fcberschreitendem Verhalten m\u00f6glich ist und vor Gericht Bestand haben kann.<\/p>\n<p>Rechtlich muss ein dringender Grund f\u00fcr eine fristlose K\u00fcndigung vorliegen. Au\u00dferdem muss die fristlose K\u00fcndigung unverz\u00fcglich erfolgen (ein Arbeitgeber kann nicht einfach ein paar Tage ohne Grund warten) und der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmer unverz\u00fcglich \u00fcber den dringenden Grund informieren. Das K\u00fcndigungsschreiben muss sorgf\u00e4ltig formuliert sein. Sind diese Voraussetzungen nicht erf\u00fcllt, kann die fristlose K\u00fcndigung vor Gericht dennoch scheitern. Arbeitgeber sind daher gut beraten, wenn eine unangenehme Situation am Arbeitsplatz entsteht, unmittelbar vor Ausspruch der K\u00fcndigung einen Anwalt f\u00fcr Arbeitsrecht einzuschalten. Auch Arbeitnehmern, denen eine fristlose K\u00fcndigung droht, ist zu raten, sofort einen Anwalt einzuschalten und nicht zu warten. Haben auch Sie Fragen zu diesem Thema? Rufen Sie die Arbeitsrechtler von SPEE Rechtsanw\u00e4lte &amp; Mediation an.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>De rechtbank Limburg oordeelde vorige maand over een wel zeer kinderachtige \u2018grap\u2019: een medewerker van VDL Nedcar trok op de werkvloer de broek van een vrouwelijke collega omlaag, waardoor zij letterlijk met de billen bloot kwam te staan. Dit leidde tot ontslag op staande voet van de \u2018grappenmaker\u2019. 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