Wann man sich für eine Mediation entscheidet

In meiner täglichen Praxis stelle ich fest, dass viele Menschen, sowohl Privatpersonen als auch Unternehmer, nicht genau wissen, was Mediation beinhaltet. Bemerkungen wie "Ach, das ist doch nur für Scheidungen" oder "Sie sind doch Anwalt, kollidiert das nicht mit der Tätigkeit als Mediator", höre ich regelmäßig.

Nichts ist weniger wahr. Es stimmt, dass die Mediation wahrscheinlich die meiste "Bekanntheit" bei Menschen hat, die sich scheiden lassen und dies in gutem gegenseitigen Einvernehmen tun wollen. Es ist aber sicher nicht so, dass die Mediation nicht auch in anderen Arten von Fällen eingesetzt werden kann.

Im Gegenteil: Mediation bewährt sich sehr gut bei allen Arten von anderen (sich anbahnenden) Streitigkeiten, wie z.B. Arbeitskonflikten, Reibereien auf Führungsebene (man denke an Gesellschafterstreitigkeiten, Konflikte zwischen Aufsichtsrat und Geschäftsführer eines Unternehmens et cetera) und auch bei allen Arten von Alltagsproblemen, wie z.B. Diskussionen über versteckte Mängel nach dem Kauf oder Verkauf eines Hauses.

Ein Mediator, der gleichzeitig Rechtsanwalt ist, hat den Vorteil, dass er nicht nur die juristische Seite des Problems sehr gut einschätzen und die Parteien in ihren Erwartungen diesbezüglich coachen kann, sondern ein Anwalt-Mediator kann auch die sogenannte menschliche Seite eines jeden Konflikts in den Blick nehmen. Es ist bekannt, dass jeder Rechtsstreit auch eine menschliche und emotionale Seite hat.

Die Erfahrung zeigt, dass beim Gang vor Gericht die menschliche Seite des Streits leider oft vergessen wird und der Streit und die Unzufriedenheit zwischen den Parteien meist nur noch zunimmt, weil sich die Parteien hinter ihren Anwälten "verstecken" und es gar keine Kommunikation mehr gibt. Es besteht dann die Gefahr, dass die Parteien anfangen, sich gegenseitig Dinge "auszufüllen" und das menschliche Maß völlig in den Hintergrund gerät.

Natürlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn sich Parteien für einen Rechtsstreit entscheiden. Andererseits darf nicht vergessen werden, dass ein Rechtsstreit oft lange dauert, mit hohen Kosten verbunden ist und für die beteiligten Parteien oft viel Stress bedeutet.

Aus diesem Grund bin ich selbst dafür, dass die Parteien, egal in welchem Streitfall, frühzeitig mit einem (Anwalts-)Mediator sprechen, der sie in einer oder mehreren Mediationssitzungen anleitet, in denen es Raum gibt, die (rechtlichen) Fakten und Umstände, aber auch die dahinter liegenden Emotionen, Gefühle und Gedanken zu besprechen. Es stellt sich oft heraus, dass die Parteien sich trotzdem verstehen können und es gibt ihnen auch die Möglichkeit, dem anderen ihre eigene Geschichte zu erzählen, wodurch sie sich gehört und gesehen fühlen. Dies schafft oft Raum für die Lösung des Konflikts.

Die von den Parteien und dem Mediator während der Mediation vereinbarte Verschwiegenheit schützt die Parteien davor, dass vertrauliche Dinge, die während der Mediation gesagt wurden, in einem möglichen Gerichtsverfahren aufgedeckt werden.

Neugierig auf die Möglichkeiten und Chancen, die Mediation für Sie oder Ihre Organisation bieten kann? Bitte zögern Sie nicht, mich unter mediation@spee-advocaten.nl oder 043-365 20 88 zu kontaktieren.

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