Praktikumsvertrag oder doch Arbeitsvertrag?

Der Arbeitnehmer hat eine Praxisvereinbarung mit einer Bildungseinrichtung und einem Arbeitgeber abgeschlossen. Es entsteht eine Diskussion über die Frage, ob es sich um eine Praktikumsvereinbarung oder einen Arbeitsvertrag handelt. Der Streitfall wird dem Gericht vorgelegt. Sind Sie neugierig, wie das Urteil des Richters ausfiel?

Vom 1. Februar 2020 bis einschließlich 20. November 2020 arbeitete der Arbeitnehmer 24 Stunden pro Woche für den Arbeitgeber. Am 20. November 2020 meldete sich der Arbeitnehmer aufgrund eines Unfalls krank.

Die zentrale Frage in diesem Gerichtsverfahren ist, ob die Praktikumsvereinbarung zwischen den Parteien als Arbeitsvertrag zu betrachten ist.

Nach ständiger Rechtsprechung liegt kein Arbeitsvertrag vor, wenn die Arbeit des Praktikanten nach dem Willen der Parteien in erster Linie darauf abzielt, die Kenntnisse und Erfahrungen des Praktikanten zu erweitern, auch im Hinblick auf den Abschluss der Ausbildung.

Wenn sich das Hauptziel der Arbeit jedoch auf einen aktiven Beitrag zur Verwirklichung des Unternehmensziels verlagert, kann es sich möglicherweise um einen Arbeitsvertrag handeln.

Unter Beachtung dieses Rahmens hat das Amtsgericht folgende Überlegungen angestellt.

Ausgangspunkt ist, dass die Parteien vereinbart haben, dass die Arbeit der Arbeitnehmerin eine Lernfunktion hat und in erster Linie auf den Erwerb von Kenntnissen und Erfahrungen im Rahmen ihrer Ausbildung ausgerichtet ist. Dies ergibt sich ausdrücklich aus den geltenden Bedingungen.

Darüber hinaus sieht der Praxisvertrag vor, dass er im Rahmen und für die Dauer der Ausbildung abgeschlossen wird, und weist dem Arbeitnehmer einen Praxisbetreuer zu.

In der mündlichen Anhörung erklärte die Arbeitnehmerin auch, dass sie zuvor nur Verwaltungserfahrung gesammelt hatte und dass sie die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Ausbildung für den Arbeitgeber zu arbeiten, als eine gute Gelegenheit sah, Erfahrungen zu sammeln.

Daraus lässt sich schließen, dass es die Absicht (beider) Parteien war, dem Arbeitnehmer zu ermöglichen, Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln. Es wurde hinreichend nachgewiesen, dass die Vereinbarung auch auf diese Weise umgesetzt wurde.

Aus den obigen Ausführungen ergibt sich, dass zwischen den Parteien kein Arbeitsvertrag zustande gekommen ist, so dass die beantragte Feststellungsklage abgewiesen wird.

Sie können das Urteil hier lesen.

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