Pfändung von Aktien durchsetzen

Sie sind Gläubiger und suchen nach Möglichkeiten, Ihre Forderung einzutreiben? Es lohnt sich zu prüfen, ob eine Pfändung von Anteilen möglich ist. Es ist jedoch wichtig, alle Formalitäten zu erfüllen, die mit der Vollstreckung einer Anteilspfändung verbunden sind.

Als Gläubiger können Sie die Anteile an einer GmbH pfänden lassen, ebenso wie Sie Löhne und bewegliches oder unbewegliches Vermögen pfänden lassen können. Wenn Sie anschließend einen vollstreckbaren Titel erhalten, können Sie die Pfändung vollstrecken.

Im Falle einer Aktienpfändung ist es jedoch notwendig, dass Sie in einem gesonderten Verfahren die Erlaubnis des Gerichts beantragen, d.h. Sie beantragen die Erlaubnis des Gerichts, die Aktien zu verkaufen. Einem Antrag auf Verkauf beschlagnahmter Aktien kann grundsätzlich stattgegeben werden, solange ein vollstreckbarer Titel vorliegt. Mit anderen Worten: Sie haben ein Urteil zu Ihren Gunsten erwirkt, oder es liegt eine notarielle Urkunde vor.

Letzteres war Gegenstand eines aktuellen Rechtsstreits: Die Antragstellerin (Gläubigerin) hatte ihr Begehren, die gepfändeten Anteile zu verkaufen, auf einen mit X und Y geschlossenen Vertrag gestützt, der zum Leidwesen der Gläubigerin nicht zu einem Vollstreckungstitel führte. Zum Leidwesen des Gläubigers war damit in diesem Fall kein gültiger Titel für die Pfändung gegeben. Das Gericht konnte der Urkunde nicht entnehmen, dass die Klägerin eine (fällige) Forderung gegenüber X und Y hatte und wie hoch diese Forderung war. Denn aus der Urkunde ging nur hervor, dass X für bestimmte Forderungen Sicherheit leisten würde und Y für diese Forderungen persönlich bürgen würde. Obwohl eine Bürgschaft ein gültiger Titel sein kann, ist ein Bürge nur dann zur Leistung verpflichtet, wenn der Hauptschuldner X seine Verpflichtung nicht erfüllt. Zum Leidwesen des Klägers hatte er dies in seiner Klageschrift nicht substantiiert dargelegt.

Daraufhin wies das Gericht den Antrag auf Erlaubnis zum Verkauf der Anteile zurück. Außerdem wurden die Pfändungen auf die Aktien aufgehoben, weil die Klägerin vergessen hatte, X und Y eine Kopie des Titels (d.h. der notariellen Urkunde) zustellen zu lassen. Mehr lesen Sie hier.

SPEE advocaten & mediation hilft Ihnen gerne weiter, wenn Sie Fragen zur Erhebung einer Anteilspfändung und deren Durchsetzung haben. Sie können uns auch kontaktieren, wenn Sie Fragen zur Pfändung von beweglichen oder unbeweglichen Sachen und Forderungen haben.

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